Gotteskrieger kämpfte für den VfL Pinneberg

TV-Magazin berichtet über Pinneberger Basketballer, der im Oktober in Pakistan getötet wurde

Das Kamerateam des ZDF stand unangemeldet in der Sporthalle. Die Reporter wollten von den Oberliga-Basketballern des VfL Pinneberg etwas über ihren ehemaligen Mannschaftskameraden Shahab D. wissen. Was die Sportler nicht ahnten: Der Mann, der in der Saison 2007/08 das Trikot des Vereins getragen hat, war Anfang Oktober im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet von einer amerikanischen Drohne getötet worden. Zuvor hatte er eine Ausbildung in einem Terroristencamp erhalten und in Videos mit Anschlägen auf die Bundesrepublik gedroht.

Der Bericht des ZDF-Magazins Frontal 21 wurde am Dienstagabend ausgestrahlt. Er zeichnet den Lebensweg von mehreren Islamisten nach, die sich voriges Jahr von Deutschland aus auf den Weg machten, um im "Heiligen Krieg" zu kämpfen. Einer von ihnen: Shahab D., 22. Bis zu seiner heimlichen Ausreise wohnte er in Hamburg. Und außer seinem fanatischen Glauben hatte er eine zweite Leidenschaft: das Basketballspielen. Das brachte Shahab D., der sich später als Glaubenskrieger "Abu Askar" nannte, zum VfL Pinneberg.

Dort waren seine ehemaligen Teamkameraden aus der Oberliga-Spielzeit 2007/08 geschockt, als sie von der Entwicklung und vom Ende ihres ehemaligen Mannschaftskameraden erfuhren. "Es ist kaum zu glauben, mit dem ehemaligen NBA-Superstar Michael Jordan hatten Shahab und ich dasselbe Idol", sagt der mittlerweile nicht mehr aktive damalige VfL-Center Christian Harder. Ohnehin sei der spätere Islamist sportlich voll in die Mannschaft integriert gewesen.

"Wir haben ihn und Shahab H., der sich uns schon zuvor angeschlossen hatte, mit offenen Armen aufgenommen", bestätigt Mannschaftskapitän Andreas Stenzel.

Im übrigen seien "Shahab I und II", wie sie teamintern genannt wurden, aber auf Distanz geblieben, nahmen etwa selten an gemeinsamen privaten Unternehmungen teil. "Sie interessierten sich offensichtlich fast ausschließlich für Training und Punktspiele", erinnert sich Harder. Die Strenggläubigkeit von Shahab D. blieb den VfL-Korbjägern aber doch nicht verborgen geblieben. "Er hörte bei jeder Gelegenheit Koransuren über den MP3-Player", berichtet Andreas Stenzel.

Bereits einmal hatte ein Terrorist unbemerkt Unterschlupf im Kreis Pinneberg gefunden. Ramzi Binalshibh, einer der Chefplaner des 11. September, lebte als Asylbewerber im Bereich des damaligen Amtes Pinneberg-Land - und wurde von der Behörde als Baumschulhelfer eingesetzt.

Von Frank Will und Arne Kolarczyk

Pinneberger Zeitung - 02.12.2010
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